Eingangsbild

08.10.2021

Auf insgesamt 19 Tafeln wurde zwischen dem 7. Mai und 1. Oktober 2015 eine Ausstellung über das Leben der Juden in Mecklenburg Vorpommern nach der Zeit des Zweiten Weltkrieges gezeigt. Die von Kuratoren Dr. Ulf Heinsohn und Jascha Lina Jennrich erarbeiteten Erkenntnisse wurden im Max-Samuel-Haus gezeigt. Die zentrale Frage und das Thema waren die Entscheidung vieler nach dem Krieg in Mecklenburg und Vorpommern gestrandeter Juden, wie es nach der Befreiung weitergehen sollte. Allgemein standen viele Fragen zu dieser Zeit im Raum.

Die Alliierten hatten den NS-Judenmord beendet, die Überlebenden waren befreit. Lebten Angehörige und Freunde noch? Würde man beruflich an die zerstörte Karriere anknüpfen können? Würde man entzogene Erinnerungsstücke, verlorene Kunstwerke, ehemalige Betriebe und anderes Vermögen zurückerhalten? Die Verschleppten fragten sich, ob sie in die Heimat zurückkönnten und wie man sie dort aufnehmen würde?

1946 gründeten jüdische Enthusiasten einen jüdischen Kultusverband für Mecklenburg
und Vorpommern. Dieser hieß ab 1948 «Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg» und knüpfte damit an die 1764 gegründete «Israelitische Landesgemeinde Mecklenburg-Schwerin» an, die ohne Namenszusatz ab 1934 auch ehemals Mecklenburg-Strelitz einschloss, bevor sie 1938 zwangsweise mit anderen verschmolzen wurde. Die Bedingungen für ein neues Leben in der Gemeinde, nach dem Krieg, waren schwierig. Die Friedhöfe, welche eine zentrale Rolle in der jüdischen Religion spielen, blieben entzogen und wurden teilweise noch nach Kriegsende geschändet. Der Kontakt zu im Exil lebenden Familienmitgliedern, die wegen der Verfolgung im Nationalsozialismus ihre Heimat verlassen mussten, wurde durch die neue Führung als Agententätigkeit ausgelegt.
Die ständige Überwachung und Verhöre der betroffenen Juden sorgte 1952/1953 für die Auswanderung einiger Hundert aus der DDR. Der vom System geforderte Atheismus sorgte für ein Fernbleiben des Nachwuchses in den Gemeinden. Als in den 1980-er Jahren die Führung des Staates versuchte, die Beziehungen mit Israel zu verbessern indem das Jüdische wieder in der Öffentlichkeit auftauchte, um Handelskontakte zu den USA zu knüpfen, waren viele Juden bereits verstorben. Schließlich sorgte die demokratisch gewählte letzte Volkskammer dafür, dass sich eine Tür für eine jüdische Zukunft öffnete. Sowjetische Juden mit ungewisser Aussicht erlangten legalen Aufenthalt in der DDR. Damit machte die Volkskammer das Gegenteil dessen, was sowjetische Besatzer und sowjetzonale Behörden Ende der 1940-er Jahre getan hatten. Damals wiesen sie jüdische Ausländer auf der Suche nach einer Zuflucht ab.

Die Ausstellung „Zurück ins Leben? Juden in Mecklenburg“ kann ausgeliehen werden. Sie ist leicht zu transportieren und aufzustellen. Es ist möglich sie um einige Tafeln zu verkleinern. Sprechen Sie uns an.

Verpackung und Format der Roll-Ups:

Größe der einzelnen Tafeln: 800 x 2000 mm
Die einzelnen Tafeln haben je eine Tasche mit Tragegriff und sind durchnummeriert (siehe Bilder).

 

Ausstellung 2015 Schautafeln Zurück ins Leben Juden in Mecklenburg Bild 3

 

 

 RollUp Verpackung

 

Autor: Konrad Sitte (Praktikant des Max-Samuel-Haus)

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