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Wie die Fahnenstraße gehörte die Schliemannstraße ursprünglich zur Satower Chaussee, die nach Westen aus der Stadt führt. Hier verkehrte weiterhin die Straßenbahn nach Barnstorf, die erst 1924 in die neue Parkstraße umverlegt wurde. Im selben Jahr wurde mit dem Bau dieser Straße begonnen und 1922 erhielt sie ihren heutigen Namen. Da die Straße eine Ausfallstraße und somit eine ruhige Wohngegend war. Es wurden hauptsächlich Villen mit großen Gärten gebaut. Bruno Moser aus der Lindenbergstraße 5 (Steintorvorstadt) erwarb die Grundstücke an der Schliemannstraße 40 und 41. Moser war Inhaber eines Stahlbeton-, Hoch- und Tiefbauunternehmens. Auch das Haus in der Parkstraße 5 gehörte ihm.


In der Schliemannstraße wollte Moser zwei neue Häuser bauen. Er gewann den Diplom-Ingenieur Bruno Wagner, welcher mit dem berühmten Rostocker Architekten Walter Baresel zusammenarbeitete. Der Entwurf sah ein Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit vor. Zwei zweigeschossige Wohngebäude mit Mietwohnungen entstanden. Die beiden Häuser sind durch eine ebene Verbindungskonstruktion vereinigt, die die Haustür und die Garage enthält. Sie haben Flachdächer im typischen Bauhaus-Stil, rote Klinker wurden verwendet. Die Fensterreihen werden mit helleren Ziegeln hervorgehoben. Obwohl die Fenster hervorstehen, vermitteln sie durch die hellen Klinker einen Eindruck von Breite. Die Flurfenster auf beiden Seiten sind hoch und schmal.

 

Quelle: Schimler, Hans-Heinrich: www.mv-terra-incognita.de und Amt für Kul­tur, Denk­mal­pfle­ge und Mu­se­en Rostock - Abteilung: Denk­mal­pfle­ge
Bild: Marie Sophie Ziemer