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Das heutige Veranstaltungsgebäude mit Kurgarten und Konzertbühne wurde im Stil des „Neuen Bauens“ mit Elementen des „Art déco“ gestaltet. Die Eröffnung fand am 24. Mai 1928 statt.

Bereits seit dem Ende des 19. Jh. entwickelte sich das ehemalige Fischerdorf Warnemünde zu einem beliebten Bade- und Kurort. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke nach Warnemünde war die Zahl der Badetouristen stark gestiegen. Um das gesellschaftliche Leben in Warnemünde weiter zu beleben, wurde ein zentraler Mittelpunkt gefordert, dieser sollte das Kurhaus werden. 1898 entstand die erste bekannte Skizze, entworfen vom damaligen Stadtbaudirektor Gustav Dehn. Der Standort wurde 1906 festgelegt. Da man mit anderen Seebädern konkurrieren wollte, unterstützten die Stadtväter die geforderten finanziellen Mittel. 1909 konnte der deutschlandweite Ideenwettbewerb ausgerufen werden. Unter den 52 eingereichten Arbeiten gehörten Entwürfe von Paul Korff, Wilhelm Kamper, Richard Brodersen sowie Ernst Müller, die auch prämiert wurden. Doch die Gelder für den Bau standen erst 1914 zur Verfügung, deshalb erarbeitete der damalige Stadtbaudirektor Gustav Wilhelm Berringer einen eigenen Entwurf.

Der Bau wurde im April 1914 begonnen. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam es zu einem Baustopp. Lediglich die Fundamente wurden gegossen. Erst nach dem Krieg wurde weiter gebaut: 1922 wurde der Kurhausgarten gebaut und 1926 dann auch das Kurhaus errichtet. Berringer plante das Haus architektonisch neu, um die Baukosten zu senken und sich dem Zeitgeschmack anzupassen. Er orientierte sich am Stil des „Neuen Bauens“, klare geometrische Formen dominierten das Gebäude. Die Innenarchitektur übernahmen Walter Butzek und Dörte Helm.

Der Kurhausbetrieb wurde mit Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt. Die Marineverwaltung und ab 1941 die „Ernst Heinkel Flugzeugwerke“ nutzten das Haus. Im Keller wurden Munitionsteile gefertigt. Nach dem Krieg fanden wieder Veranstaltungen im Kurhaus statt. Ab den 1960er Jahren musste es immer wieder geschlossen werden, da Sanierungsarbeiten notwendig wurden. Zu DDR-Zeiten war das Kurhaus der Mittelpunkt Warnemündes. Mit der Wende erwarb die Stadt Rostock das Gebäude. In den folgenden Jahren kam es weiterhin zu Sanierungsarbeiten, welche 2002 endgültig beendet waren.

 

Weitere historische Ansichten: https://vereinigung-rostocker-kuenstler.de/architekten/hochbauamt-der-stadt-rostock/

 

Quelle: Wikipedia und Amt für Kul­tur, Denk­mal­pfle­ge und Mu­se­en Rostock - Abteilung: Denk­mal­pfle­ge
Bild: Marie Sophie Ziemer