Wir unterhalten uns in dieser Folge mit Frau Dr. Karin Berkemann und Dr. Jakob Ejal Eisler ueber die aktuelle Ausstellung (9. Juni 202013. Oktober 2020) im Max-Samuel-Haus in Rostock.

Gustaf Dalman hielt nicht viel von Knipsern. Wenn der deutsche  Palästinakundler ab 1899 zwischen Aleppo und Alexandria unterwegs war,  ließ er sich Zeit. Er beobachtete, griff zum Notizbuch und zur Kamera:  sachlich, stilvoll, immer auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber, sei es nun  ein Mensch oder ein Klappspaten.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1941 sammelte Dalman – in der nach ihm benannten Sammlung an der Universität  Greifswald – rund 20.000 eigene und fremde Fotografien einer  Kulturlandschaft auf dem Sprung zur Moderne.  Dieser europaweit einmalige Bestand wird mit dem  Projekt "Das gelobte Land der Moderne" von der Theologin und  Kunsthistorikerin Karin Berkemann, Kustodin der Dalman-Sammlung,  erstmals umfassend bildwissenschaftlich ausgewertet – und verglichen mit  den Aufnahmen deutscher Reisender ab 1948, nach der Gründung des  Staates Israel. Manche suchten hier mit der Kamera das Altertümliche,  andere die Zeichen einer neuen Zeit. Quer durch die Jahrzehnte fügen  sich die Fotografien heute zur vielschichtigen Topografie einer Region,  die drei Weltreligionen und ungezählten Kulturgläubigen als heilig gilt.  

Einen ersten Blick auf das Projekt bietet die neue virtuelle Ausstellung,  die das Dalman-Institut mit DDB Studio (Deutsche Digitale Bibliothek)  umsetzen konnte. Für den Sommer 2020 ist die Herausgabe eines gleichnamigen  Buchs (Jovis-Verlag) sowie in der Folge eine analoge Ausstellung zum  Thema im Max-Samuel-Haus Rostock sowie im  Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald geplant.

Dr. Jakob Ejal Eisler  Frau Dr. Karin Berkemann



 
00:03 Einleitung
01:52 Gustaf Dalman
08:12 Alleinstellung
15:25 Mission vs Forschung
19:58 Die Moderne
23:55 Dornröschenschlaf
36:14 Schlussbemerkung

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