Eingangsbild

Der Verein der Freunde und Förderer des Max-Samuel-Hauses e. V. lud alle Interessierten ein, an der Enthüllung von einem „Denkstein“ in der Koch-Gotha-Straße 9 am 2.9. um 13 Uhr teilzunehmen. Die Verlegung des Steins wurde von Schülerinnen und Schülern der Evangelischen Schule Dettmannsdorf ermöglicht.

Gustav Posner (21.02.1906 Berlin – 08.07.1933 Rostock)
Gustav Max Posner wurde am 21.02.1906 in Berlin geboren. Sein Vater Georg war Mitinhaber einer Berliner Firma, die Kranzschleifen und Seidenbänder für Gärtnereien herstellte. Nach dem Tod der Mutter Berta, geb. Wronkow, heiratete Georg Posner erneut – er konnte 1939 mit seiner zweiten Frau Erna und der gemeinsamen Tochter Ruth nach Großbritannien emigrieren.

Gustav Posner besuchte das Kant-Realgymnasium in Berlin-Karlshorst und studierte Medizin an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Jena. 1929 kam er nach Rostock. Im Juni 1932 beendete er sein Studium und begann als Medizinalpraktikant in der Rostocker Kinderklinik und Poliklinik in der Augustenstraße 80/82.

Im April 1933 wurden von der nationalsozialistischen Regierung das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ sowie das „Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen“ erlassen, um Juden vor allem aus den Universitäten und Hochschulen heraus zu drängen. Mit diesen Gesetzen wurde die antijüdische Gesinnung innerhalb der Studentenschaft noch unterstützt: Dr. Gustav Posner wurde von Mitgliedern des nationalsozialistischen Studentenbundes (NSDStB) beleidigt, schikaniert, über ihn wurden Lügen verbreitet, zuletzt wurde ihm nahe gelegt seine Stelle in der Klinik zu kündigen. Der große psychische Druck, Angst vor der Zukunft, die Ausweglosigkeit seiner Lage veranlassten ihn am 8. Juli 1933 in seiner Wohnung in der Kaiser-Friedrich-Straße 9 (heute Koch-Gotha-Straße) Suizid zu begehen. Gustav Posner wurde 27 Jahre alt. Er gilt als das erste Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Rostock. Wenige Monate später im August beging Dr. Hans Moral, Professor für Zahnheilkunde an der Rostocker Universität, unter ähnlichen Umständen Selbstmord.

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